Tagung 2014


Der Wärmeäther und der soziale 
    
Prozess in der unmittelbaren Umsetzung
   
vom 21. September 2014 in Tenno


Alois Stöcklhuber, Musiker, Rhythmisches Bauen
"Die Idee den Wärmeäther und den sozialen Prozess in die direkte, erlebbare Erfahrung zu bringen, ist bei dieser Tagung erstaunlich gut gelungen. Die Verin­nerlichung des Themas konnte mit dem direkten Demonstrieren eines sozialen Prozesses durch die Referenten außerordentlich gut angelegt werden. Heinz Grill bemerkte ausdrücklich, dass die Teilnehmer ruhiger im Herzen wurden, so dass diese Art der zueinander in Beziehung stehenden Referate als sehr zukunftsweisend erscheint." Heinz Grill

Die Tagung gab den Anstoß, dass wir sinnvoll mit bestimmten praktischen Elementen weiter arbeiten wollen. Wenn es primär nicht um die Fakten, Materialien, Finanzen oder Maße geht, sondern man zuerst einmal schaut was ist das für ein Mensch, was hat er entschieden, was will er von mir, das ich ihm leiste? Wenn wir erst als zweites das Entwickeln der Ideen angehen. Mit dieser Umkehrung kann das Bauwerk aus dem In-Beziehung-Treten entstehen und eine Idee erst tatsächlich in das Bauwerk hinein finden und das Bauwerk ätherisch beleben.

Dieses über den Menschen an eine Sache heran zu gehen, kann eine neue Qualität des Arbeitens, eine neue Schaffenskraft eröffnen, eine Schaffenskraft sowohl nach innen als auch nach außen, in der Darstellung ermöglichen.

Je nach Interessenslage wollen wir weitere Veranstaltungen planen.

Alfred Eitzenberger und Axel Berberich erhielten jeweils eine Ehrung mit Urkunde.


Heinz Grill
Heinz Grill mit dem Tafelbild Kreis mit Zentrum

eröffnete das Thema mit grund­legenden Ausführungen zum Wärmeäther.
„Es ist also gerade dieser Wärme­äther so bedeutungsvoll, denn er kommt nicht von der Erde sondern er kommt vom Kosmos und er wirkt vom Kosmos nach unten. Er wirkt bis hinein in die Zelle des menschlichen Leibes. Das ist so bedeutungsvoll, dass dieser Wärmeäther bis in die Zelle des Leibes hineinwirkt. Denn je günstiger er wirkt, desto mehr verhindert er natürlich auch degenerative Krankheiten wie Krebs oder anderweitige Abbauprozesse, die ungünstig auftreten d.h.
Die Wärme muss eigentlich im menschlichen Leibe immer den ganzen Körper durchdringen und bis in die Zelle hinein ankommen.“

Weiter stellte er die Bedeutung eines Zentrums mit dem umgebenden Kreis dar:
„Wir haben einen Punkt im Herzen und gleichzeitig ist dieser Punkt mit dem Kosmos verbunden und das vermittelt der Wärmeäther. Das könnte keine physische Substanz vermitteln, denn eine physische Substanz kann entweder nur innen sein, dann kann sie nicht außen sein oder außen, dann kann sie nicht innen sein. Das Geheimnis des Wärmeäthers ist jetzt, je weiter wir diesen Kreis erweitern, um so stärker wird das Zentrum im Menschen. Das heißt also, wenn die Ausdehnung des Menschen sinnvoll erscheint, findet er im Innern das Zentrum wieder.

Das hat Rudolf Steiner auch sehr schön ausgedrückt, als er sagte, wenn Du Dich selbst finden möchtest, was musst Du tun? Du musst Dich im Anderen entdecken, und Dich im Anderen finden. Und wenn ich jetzt auf den Beruf des Architekten zu sprechen komme, dann hat gerade der Architekt die Möglichkeit, dass er eine Idee herab transportiert in die Baukunst. Er beginnt von der Idee.“

Die Umsetzung dieser Idee beschreibt er mit dem sogenannten sozialen Prozess.
„Das zweite ist, dass der Architekt diesen sozialen Prozess einschließen möchte, denn wird jetzt der Architekt nur seine eigene isolierte Idee verwirklichen, seine gewissermaßen egozentrische Idee verwirklichen, dann vergisst er vielleicht die Anderen.

Es ist ganz erstaunlich, dass man verschiedene Bereiche einkleiden muss in diesen sozialen Prozess. Der soziale Prozess will einmal eine Idee in die Erde herab bringen, aber er will auch den Menschen gerecht werden und er will den Menschen nicht nur dahingehend helfen, ein schönes Haus zu bauen, sondern er will den Einzelnen dahingehend helfen, dass er eine bewusste Beziehung mit dem Haus findet und dass es der bestmöglichen Funktionalität entspricht und schließlich auch in die Umgebung hinein passt und im weiteren Verlauf auch einen Frieden unter Menschen erzeugt. Wird ein Haus nicht mit diesen Zusammenhang gebaut, sondern nur mit einseitigen Verhältnissen, ist die Gefahr tatsächlich gegeben, dass diese Wärme nie so eingreift, wie sie eingreifen soll.“

Diese Ordnungsfindung von Wärmeäther mit dem sozialen Prozess bezeichnet Heinz Grill als kühlende Wärme und ergänzt dazu:
„Also das wäre eigentlich der Lernschritt, dass wir einerseits wissen, da ist eine Idee des Geistes dahinter, auf der anderen Seite gehen wir in die Praxis des sozialen Lebens.“


Karl-Dieter Bodack
Karl-Dieter Bodack am Tafelbild der Forderungen

stellte unter anderem einen sozialen Prozess zwischen Architekten und Bauherrn vor. Wie hat er das Ge- spräch geführt, einen sozialen Pro- zess angelegt, dass dieser Bogen entstehen konnte, der sein Zentrum in der Nähe des Herzens hat.

Da hat er ausgeführt, es ist ganz wichtig, dass der Bauherr am An- fang alle seine Wünsche aus- sprechen kann und diese auf notiert werden. Ob gut oder schlecht, ob man es gleich integrieren kann oder später spielt keine Rolle.
Für ihn, er war Bahnvorstand und auch an seinem Heimatort aktiv,
konnte es schon mal passieren, dass der Bauherr aus 20 Personen bestand. Da konnten schon mal 50 solcher Wünsche und Forderungen zusammen kommen. Nach dieser Aufstellung ging man wieder auseinander, ohne Bewertung der einzelnen Punkte, ohne Eingreifen des Architekten.Zu hause dann ordnete Karl-Dieter die Forderungen und erarbeitete Lösungsvorschläge.

Beim nächsten Treffen dann wurden alle Punkte vorgelesen, da staunten die Bauherren, damit hatten sie nicht gerechnet, dass diese tatsächlich ernst genommen wurden.Erst dann stellte er die daraus abgeleiteten Lösungsvorschläge vor. Ein reichhaltiger Dialog entstand. Und in vielem Wägen wurde dann in mehreren Treffen ein schlüssiger Gesamtentwurf erarbeitet. Damit konnte er die Position der Bauherrn herein bringen, das ist sehr wesentlich, denn allzu leicht wird hier der Bauherr zu wenig einbezogen und verliert eher an Standposition.

Jetzt wollen wir aber einen Gedanken in einem Bauwerk tatsächlich zu Umsetzung bringen. Wie bekommen wir da einen Wärmeäther hinein? Das geht ja zunächst überhaupt nicht zusammen in keinster Weise eingreifen und doch eine Idee in das Projekt bringen. Sobald der Architekt in dieser Phase eingreift, wird der Bauherr zurückschrecken oder in Opposition gehen. Er will ja wahr genommen werden. Eventuell geht der Bauherr mit der Vorstellung einer schnellen Erarbeitungsphase in die Gespräche, weil er sonst hohe Architektenkosten befürchtet. Ausgerechnet hier scheint aber eine Möglichkeit zu sein, sich selbst mit seinen Bauidealen beim Vorstellen anderer Projekte einbringen zu können. Bevor man zum eigenen Projekt schreitet, in die eigentliche Arbeitsphase, vielleicht vorab bei einem gemeinsamen Essen fast wie beiläufig, das kann eine Möglichkeit sein, das Interesse des Bauherren für ein Bauen in Zusammenhängen mit einer Idee zu wecken.

Später wird keine Forderung verworfen, sie werden geordnet, das ist schon notwendig. Wenn dann der Bauherr an einer Stelle eine Idee umgesetzt haben will, dann können wir daran anknüpfen und sie in das Projekt aufnehmen und einen Zusammenhang, eine Analogie, eine Metamorphose oder anderes dem Bauherrn vorschlagen. Der Bauherr muss es selber wünschen und Freude an den Gestaltungen haben.

Heinz Grill ergänzte, dass dieses Freilassen des Anderen und auch das Hineinbringen eines Gedanken als äußerst gelungen bezeichnet werden kann und den Standpunkt und somit das Herzzentrum fördern kann.



Stefano Andi
Stefano Andi, Architekt

„Es ist hochinteressant wenn wir diesen Weg vom Wärmeäther, in die einzelnen Glieder bis nach unten betrachten. Es war ein außerge­wöhnlich schöner und gleichzeitig sehr beruhigender Beitrag. Die Ruhe in der Seele in diesem Beitrag." Alles war an seinem Platz, bemerkte Heinz Grill zu diesem Vortrag.

Stefano Andi stellte in einem Schau- bild die Beziehungsverhältnisse zwi- schen Bauherren, Architekt, Bau- firma, Handwerker/Künstler und den Nutzern vor.

Hier will ich nicht direkt den gesprochenen Vortrag anführen, sondern die Empfindungen, die entstanden waren durch seine Art und Weise des referierens. Oft schenkt man diesen Eindrücken zu wenig Beachtung. Heinz Grill hat sie so beschrieben:
"Der Architekt ist ein Teil des Ganzen, er hat den Plan gezeichnet. Für mich ist es ein schöner Ausdruck des Wärmeäthers, weil wir damit ein Gesamtbild für den Wärmeäther erhalten. Es ist, dass man eine Bewegung hat für verschiedene Teile die zusammenwirken. Das ist so wichtig und notwendig für das Berufsfach des Architekten, weil er eigentlich verbindet, koordiniert und in letzter Konsequenz auch alles in eine Ordnung führt. Weil wenn der Architekt es nicht in Ordnung führt, dann muss es ein anderer tun. Das Schöne bei diesem Beitrag war diese schöne Ordnung, die aufgezeigt wurde, dass diese Ordnung etwas sehr ruhiges hat. Am meisten war, um es zusammen zu fassen, der letzte Satz beeindruckend auf die Fragebeantwortung:

Wir sind nicht hier, dass wir irgend etwas in die Welt setzen. Vielleicht sogar den Raum der Natur beengen, sondern dass die Natur erweitert oder verschönert wird, dass wir etwas hinzu fügen, wo wir auch stolz sein können oder etwas soziales integrieren. In diesem Sinne drückt sich etwas aus, das von oben nach unten genau an den Platz rückt. Ich denke dieser Beitrag ist sehr wertvoll, er systematisiert diese Vision als Ganzes und alle Personen können ein wenig zu ihrem Selbstbewusstsein finden.

Für mich ist ein Architekt wie Stefano Andi nicht nur ein Architekt, der Pläne für Häuser zeichnet, er kreiert auch etwas für die Menschen, dass sie an den richtigen Platz finden und etwas mehr ihr Selbstbewusstsein finden. Dieses Konzept beginnt oben mit der Idee des Äthers, arbeitet sich in verschiedene Bereiche und ist in sich ein Ganzes. Er ist ein Architekt und Mensch, der diese Ordnung kreiert und diese Idee muss ich wirklich sagen, sie ist auf so ruhige Weise vorgetragen worden, dass sie direkt auch die kühle Wärme im Herzen erzeugt hat."


Sanskrit-Mantra

Unmittelbar an dieser Stelle rezitierte Heinz Grill ein Sanskrit-Mantra, das etwas ähnliches ausdrücken will. Den Inhalt des Mantra übersetzte er so: Es gibt ein Ganzes und das Ganze gliedert sich wieder auf in Teile und diese einzelnen Teile haben etwas individuelles und deshalb sind sie Teil des Ganzen.
Übertragen auf unser Thema konkretisierte er:

Der Wärmeäther will etwas kreieren, das wie der Kosmos ist. Er will auch etwas kreieren bei dem alle Beteiligten, der Architekt, die Baufirma, der Künstler, der Bewohner an seinem Platz sind. Alle Personen müssen an ihrem Platz, in ihr Zentrum. Der soziale Prozess mit einer Gesamtschau ist eine Arbeit die auch nach dem Tod bleiben wird.


Auch Axel Berberich
Axel Berberich, Ofenbauer

referierte zum Wärmeäther und dem damit verbundenen sozialen Prozess. Mit seinen Ausführungen schloß er an Heinz Grill, Karl-Dieter Bodack und Stefano Andi an, denn auch ihm war es wichtig, von einer Mitte auszugehen. Durch das zu Grunde legen einer Mitte, kann auch in der Architektur eine Ordnung entstehen. Innerhalb dieser Ordnung kann dann der Handwerker oder Künstler wieder ein Ehrgefühl erbauen für seine Arbeit.

Zusammengefasst von 
Alois Stöcklhuber